Exkursionen

Das aktuelle Programm finden Sie unter "Aktuelles"

Einblicke in St. Servatius

Die Kirche Sankt Servatius in Siegburg, die um 1169 die vorherige Kirche ersetzte, war am 9. November Ziel der letzten Exkursion des Heimat-und Geschichtsvereins in diesem Jahr. Unsere Führerin Frau Kühn erklärte uns die lange und wechselhafte Geschichte der Kirche, wie bei so vielen alten Gebäuden auch eine Geschichte von An – und Umbauten. So stellte sich auch bei der Restaurierung die Frage, was ist nun der Zustand, der wiederhergestellt werden soll? Ob es wissenschaftlich alles richtig ist vermochten wir nicht beurteilen, aber die Schönheit und die vielen bei der Restaurierung entdeckten Details überzeugten!

 

Ein Höhepunkt war sicher die öffentlich zugängliche Schatzkammer mit vielen Schreinen. Spannend waren hier die Geschichten um die manchmal verschlungenen Wege der Reliquien, aber auch um die Darstellungen auf den Schreinen. So „lernten“ wir, dass die allen vertraute Darstellung der Krippe mit den Tieren auf die Franziskaner zurückgeht. Interessant war auch zu erfahren, wie ein solcher Schrein entsteht. So stellt das ausgestellte innere Holzgehäuse eines Schreins schon was Besonderes dar. Die „Löcher“ sind keine Folgen von Wurmbefall, sondern die Nagellöcher vieler kleiner Stifte, mit denen die „Schmuckbeplankung“ aus Metall aufgebracht wird.

 

Hans-Jürgen Parpart

Erster Vorsitzender Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

 

Innenraum von St. Servatius
Schrein innen

Landschaftspark um Burg Herrnstein und mehr

Graf Max von Nesselrode erläutert das Kraftwerk

Am Samstag, den 7. Oktober, führte Graf Max von Nesselrode Teilnehmer des Heimat-und Geschichtsvereins zusammen mit einer Kölner Gruppe um Burg Herrnstein und gab uns interessante Einblicke nicht nur in die Natur und den Garten sondern auch in die Randbedingungen der Bewirtschaftung eines jahrhundertealten Waldbesitzes.

 

Burg Herrnstein kam als Haus der Herren vom Steyn über Erbfolge in den Besitz der Grafen Nesselrode und ist aber, da eher abgelegen im Bergischen Land, erst seit Ende des Zweiten Weltkriegs Wohnsitz der gräflichen Familie.

 

Durchaus zufrieden erklärte uns der Graf zunächst das am Brölbach gelegene kleine Wasserkraftwerk mit immerhin 45 kW Leistung, welches die Familie auf Basis eines uralten Wasserrechtes kommerziell betreibt.

 

Bei der Führung durch den, an englische Landschaftsgärten angelehnten Park rund um die Burg machte er uns mit einigen botanischen Besonderheiten vertraut, aber auch mit den Zwiespältigkeiten moderner Gesetzgebung. Bauten und Natur änderten sich in Jahrhunderten ständig, um dem Bedarf der jeweiligen Eigentümer in ihrer Zeit gerecht zu werden. Waren die Teiche früher Wiesen, nasser Acker, Erlenbruch oder einfach nur Wasserreservoir für die Mühlen, so leidet der heutige Versuch der Nutzung als Fischteiche derzeit am Hunger der Kormorane und Fischreiher. Auch in der Forstwirtschaft, so die Ausführungen, erschwerten sich die Bedingungen zunehmend durch übertriebene Regelungswut des Landesgesetzgebers.

 

Ein Blick in den privaten Innenhof der Burg beendete dann eine sehr interessante, viele Aspekte umfassende Führung.

 

Das Angebot, unseren Ausflug mit einem gemeinsamen Essen in der Pfannkuchenmühle ausklingen zu lassen nahmen viele Teilnehmer wahr. Nach einem guten Essen und vielen Gesprächen ging es gutgelaunt ins Wochenende.

 

Hans-Jürgen Parpart

1. Vorsitzender Heimat – und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

 

Der HGV „im Hommerschen“

Am Samstag, 26.08.2017 führte der Historiker Hartmut Benz eine Gruppe von fast 20 Mitgliedern und Freunden des HGV „in's Hommersche“.

 

Vom gemeinsamen Treffpunkt an der Gaststätte Stommel in Friedenthal führte unser Weg vorbei am alten Mühlenstandort, wo im Verlauf von über 500 Jahren einst mit Wasserkraft eine Kornmühle, ein Hammerwerk, eine Papiermühle und bis 1965 eine Messerfabrik betrieben wurde, die heute dem Bildhauer Rainer Pape als Atelier dient. Die inzwischen modernisierte Wasserkraftanlage versorgt heute ca. 50 Haushalte mit Strom.

 

Vorbei am malerischen, aus Sicht des Historikers Hartmut Benz jedoch in seiner 700 jährigen Geschichte eher unauffälligen Ortes Kurtenbach, erreichten wir Niederbreidenbach. Hier wurden wir an unsere jüngere Historie erinnert, denn Niederbreidenbach ist der Geburtsort einer in brauner Vergangenheit bekannten Politikergröße. Auf dem weiteren Weg nach Mildsiefen waren alle Teilnehmer für die kühle Erfrischung der „mobilen Versorgungsstation“ des HGV an diesem schwülen Tag sehr dankbar. Während der kurzen Rast bot sich uns ein herrlicher Panoramablick über umliegende Hofschaften und Orte, bis nach Niederdreisbach und Marienfeld.

 

Anschließend führte unser Weg durch das "geteilte" Stranzenbach (nördlicher Teil zu Nümbrecht, südlicher Teil zu Ruppichteroth). Hier lebt mit 104 Lebensjahren einer der älteste Einwohner in weitem Umkreis. Unsere letzte Etappe am Stranzenbach entlang nach Röttgen und weiter durch das Bröltal zurück zur Gaststätte Stommel, endete mit einer letzten Rast im Biergarten.

 

Hartmut Benz hat diese Wanderung mit vielen historischen Fakten und interessanten "Histörchen" zu einem äußerst kurzweiligen, lebendigen Wandererlebnis werden lassen.

 

Bericht mit freundlicher Unterstützung von Wilhelm Lang

Heimat – und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

 

Versorgungsstation

Wallfahrtskirche „Zur schmerzhaften Mutter“ Ein Ausflug des Heimat-und Geschichtsvereins

Am Samstag, den 22. Juli 2017 trafen sich fast 30 Mitglieder und Freunde des Heimat-und Geschichtsvereins an der Wallfahrtskirche „Zur schmerzhaften Mutter“ in Hennef – Bödingen. Dort erwartete uns Peter Hilleke, der uns sehr lebendig in 2 Stunden viel über die Geschichte der Kirche und Kirchengeschichte im Kleinen, aber auch über persönlich erlebte Zeitgeschichte und Denkmalpflege nahebrachte.

 

Grundlage für den Kirchenbau war ein Gnadenbild, das viele Pilger anzog und so 1397 zum Bau einer Kirche den Anstoß gab. Bereits 1408 war der Bau des Gotteshaus vollendet und sie wurde der Allerseligsten Jungfrau Maria und den Heiligen Drei Königen geweiht. Es handelt sich um den ältesten Wallfahrtsort der Schmerzhaften Mutter in Deutschland.

 

Ausgehend von der langen Geschichte erläuterte uns Herr Hilleke sehr plastisch auch die Geschehnisse zu Zeiten der Säkularisation, wo die Bibliothek unwiederbringlich „aufgelöst“ wurde oder Gebäude Stein für Stein verkauft wurden. Er thematisierte auch die Renovierung der Kirche im 20. Jahrhundert und bedauerte, dass der Haupteingang der neuen Orgel zum Opfer fiel und die gestifteten Kirchenfenster im Gottesdienst niemand sieht.

 

Breiten Raum nahm auch die wechselhafte Geschichte des Gnadenaltars ein, der beinahe puristischen Entscheidungen im Zuge der Renovierung zum Opfer gefallen wäre. Dass sich Vorstellungen von engagierten Laien und Fachleuten in der Denkmalpflege nicht immer decken wurde des Öfteren deutlich. Dabei war auch immer spürbar mit wieviel Herzblut Peter Hilleke fast 70 Jahre lebendige „Kirchengeschichte“ erlebt hat, z.B. bei der Restaurierung der „Beweinungsgruppe“, die in Bödingen eine neue Heimat gefunden hat.

 

Ein Besuch der Wallfahrtskirche ist immer einen Ausflug wert, insbesondere wenn sie mit einer Führung durch Peter Hilleke verbunden werden kann.

 

 

 

Hans-Jürgen Parpart

Erster Vorsitzender Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

 

Gespannt auf die Führung
Gnadenbild
Peter Hilleke
Der Turm
Gruppe vor der Kirche
Gnadenaltar im Seitenschiff
Der Armleuchter
Orgel vor dem Haupteingang
Beweinungsgruppe
Fundationsbild
Unser Führer begeistert
 

Bei den Königen zu Besuch

„Tauchen Sie mit uns in die etwas anderen Bestattungskulturen von Sinti und Roma ein, wobei die „Königsgräber“ herausragen. Der Friedhof in Bonn-Beuel am Platanenweg bietet aber noch mehr – lassen Sie sich überraschen!“ - So die Ankündigung des Heimat – und Geschichtsvereins.

Neugierig geworden warteten wir  am 22. April vor dem Friedhof auf den Historiker R. Selmann, der uns diese Kultur näher bringen sollte. Interessante, spannende, amüsante Geschichten, imposante Grabmäler, fast Mausoleen gleich ließen uns bald Regen und Kälte vergessen.

So erfuhren wir, dass  Josef Czori im Jahre 1964 während des Pützchens Markt verstarb und hier als König beigesetzt wurde, zwar vergleichsweise schlicht, aber mit den charakteristischen Merkmalen, der Königsgräber: schwarzer Granit aus Indien, vergoldete Inschriften, Portrait des Bestatteten und die obligatorische Krone. Eine Tradition war mit dem Tod geboren! 1997 fand der Roma-König Ferko Czori hier seine letzte Ruhestätte. Über 1000 Gäste nahen an dem Begräbnis teil.

Und dann war da noch die Gräberstraße der Kesselflicker, der Kalderashs, und der Pferdehändler, der Lovaras, deren Einfassungen und Aufbauten sich durch Farbe und Material  unterscheiden: die Grabmäler der Pferdehändler sind aus hellem Marmor und die der Kesselflicker aus schwarzem Granit.

Es ist auch noch zu berichten, dass die Taufen von der Großmutter oder der Mutter vorgenommen werden. Die meisten Sinti und Roma sind jedoch römisch-katholisch und wünschen somit eine kirchliche Beerdigung – aber ohne kirchliche Taufe? Ein Pfarrer aus Villich hat sich bereit erklärt, diesen Vorstellungen zu entsprechen. Und das ist wohl auch ein Grund dafür, dass der Beueler Friedhof von Sinti und Roma mit ihren Kesselflickern, Artisten und Königen so angenommen wird. 

Die wunderschön gepflegten Gräber der Gruppe der Jenischen sind ein Zeugnis dafür, dass auch sie hier aufgenommen werden.

Viele Geschichten wären noch zu erzählen! Planen Sie einmal solch einen Besuch – am besten mit einer Führung! Es war ein sehr schöner Morgen, an dem sich zum Schluss beim Mittagessen im Alten Bahnhof Beuel sogar noch der blaue Himmel zeigte!

Richmut Rein (Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid e.V.)

Wasserkraft an der Bröl

Am 17. September informierte sich der Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid über die Nutzung der Wasserkraft an der Bröl. Graf Nesselrode hatte sich bereit erklärt, über den aktuellen Stand bei Burg Herrnstein zu informieren. Er machte zu Beginn seiner Ausführungen deutlich, dass bis in das 19. Jahrhundert Wasserkraft die wesentliche Energiequelle war, im Gebiet des heutigen Regierungsbezirks Köln über 1000 Mühlen in Betrieb waren und damit die Nutzung der Wasserkraft einen kulturellen Bestandteil des Bergischen Landes darstellte. Alleine auf dem kurzen Stück zwischen Brölerhof und Burg Herrnstein gab es bis zum 19. Jahrhundert drei Mühlen und einen Eisenhammer, die Brölwasser nutzten.

Gegenüber von Burg Herrnstein hat die Familie Nesselrode das alte „Kraftwerk“ durch ein neues mit einer hochmodernen Kaplanturbine ersetzt und nutzt weiterhin uralte Wasserrechte, was auch heute Genehmigungsverfahren einfacher macht. Weiterhin wurde ca. einen Kilometer oberhalb das alte Wehr deutlich überarbeitet, eine Fischtreppe gebaut und ein ausgeklügeltes System von Sieben angelegt. Der „alte“ Mühlengraben als Zulauf für das Kraftwerk wird weitergenutzt. Damit stieg einerseits die Leistung um mehr als das Doppelte auf ca. 50kW. Andererseits wird auch den Aspekten des Naturschutzes Rechnung getragen, der Bach bleibt „barrierefrei“.

Auch die Gestaltung der Betriebseinrichtung passt sich durch großzügige Verwendung von Grauwacke dem Bestand an und bleibt nicht bei Beton stehen. Dass sich die Anlage „erst“ in ca. 25 Jahren amortisiert passt zu dem Eindruck von Nachhaltigkeit, den uns Graf Nesselrode vermittelt hat.

Hans-Jürgen Parpart

Erster Vorsitzender Heimat-und Geschichtsverein

Begrüßung durch Graf Nesselrode (2.von links)
Das Wehr am Einlauf des Mühlengrabens
Das alte Wehr
Einlauf in's Kraftwerk mit Überlauf
Reinigung des Einlaufbeckens
Das neue Turbinenhaus
Gestaltung mit Bruchsteinen
 

Besuch in Birken

Georg Knecht vor dem Familienhof
Erläuterungen zum Blockheizkraftwerk
Moderne Landwirtschaft
Das Herz - Der Gärbehälter

Am vergangenen Samstag, den 27. August hatte der Heimat-und Geschichtsverein eingeladen, sich über den Wandel in der Landwirtschaft zu informieren. Bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhundert war Neunkirchen-Seelscheid bäuerlich geprägt. Heute sind Bauern häufig Nebenerwerbsbauern und Bauernhöfe sind nicht mehr prägend in den größeren Ortsteilen.

Georg Knecht, der auch Vorsitzender der Ortsbauernschaft ist, gab den Besuchern einen lebendigen Einblick in den Wandel, den sein seit fast 4 Jahrhunderten im Familienbesitz befindlicher Hof macht. So waren früher auf der Fläche seiner jetzigen Hofanlage 4 Höfe und die Zahl der Tiere hat sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt. Sie ist mit ungefähr 150 Tieren aber immer noch eher klein. Neben der allgegenwärtigen Bürokratie macht z.B. der extrem schwankende Milchpreis das Wirtschaften heute schwierig und nach seiner Auffassung ein zweites Standbein erforderlich. Hier hat er sich für die Stromerzeugung mittels einer Biogasanlage entschieden, die zu zu 40 % mit „eigener Gülle“ und darüber hinaus mit Mais und Gras „gefüttert“ wird, das mit Masse auf eigenen Flächen wächst. Neben Strom wird im Blockheizkraftwerk auch Wärme erzeugt, die er im Ort vermarktet und so den Nutzungsgrad der Anlage deutlich erhöht.

Die Besucher zeigten mit vielen Fragen trotz der hochsommerlichen Hitze ihr Interesse nicht nur an der Biogas-Anlage. Und so machte er an Hand von vielen Beispielen deutlich, dass auch der Bauer von heute vor allem „seinem“ Boden und „seinen“ Tieren als Ernährungsgrundlage verpflichtet ist. Das wirtschaftliche und bürokratische Umfeld machen aber auch den Wandel vom Landmann der Vergangenheit zum „Agrarunternehmer“ von heute erforderlich.

 

Hans-Jürgen Parpart

Erster Vorsitzender

Ausflug nach Lindlar

Am vergangenen Samstag, den 13. August machten wir mit Winfried Panske einen Ausflug weit zurück in die Geschichte des Bergischen Landes. In einem Steinbruch in Lindlar erläuterte er uns zunächst die Entstehung der Grauwacke vor 400 Millionen Jahren – zu der Zeit als das Bergische Land am Äquator lag. Die Einschlüsse von vorzeitlichen Tieren und Pflanzen machten das Gestein interessant für Forscher, andererseits wurde es auch intensiv als Baumaterial genutzt. So waren in den 1940er Jahren in 46 Steinbrüchen ca 1.200 Menschen beschäftigt, heute sind es in 3 Brüchen noch 150 Personen. Faszinierend war die Führung durch die Steinbearbeitung, wo z.B. mit riesigen „Kreissägen“ die Blöcke zunächst in Scheiben zersägt und anschließend z.B. zu Platten weiterverarbeitet werden. Dass der Stein Pflege bedarf zeigen nicht zuletzt Wegekreuze, die aus diesem Material gefertigt werden.

 

Nach einer Stärkung in Hohkeppel folgte des Ausflugs zweiter Teil: Anne Scherer, die sich seit 40 Jahren mit der Geschichte ihres Heimatortes befasst, erläuterte uns einige Wegmarken in der Historie Hohkeppels. Zunächst stellte sie dar, dass die St. Laurentius-Kirche zwar aus dem 12. Jahrhundert stammt, aber im Zuge einer Totalsanierung um 1835 nur der Turm noch so alt sei und auch bei einer weiteren Sanierung 1958 Umbauten erfolgten und z.B. der Haupteingang verlegt worden sei. Laufende „Modernisierung“ ist also nicht eine Erfindung der Neuzeit. Die an der alten „Heidenstraße“ gelegene Fuhrmannunterkunft „Weißes Pferdchen“ aus 1612 zeugt hiervon ebenso.

Ausgeklungen ist unser Ausflug dann traditionell mit selbstgebackenem Kuchen.

Hans-Jürgen Parpart

Erster Vors. Heimat-und Geschichtsverein

 

Warten im "Steinreich"
Winfried Panske leitet in's Thema ein
Vorbereitung in der alten Schmiede
Im Gänsemarsch über das Gelände
Die Säge bei der Arbeit
Übermannsgroße Sägeblätter
Abschließende Erklärungen
Die "Schuhwaschanlage"
Stärkung zur Mittagszeit
Der Turm von St. Laurentius
Wegekreuz in Hohkeppel aus Grauwacke
Das "Weiße Pferdchen"
Kuchen zum Abschluss
 

Wanderung mit Hartmut Benz

Am Samstag, den 2. Juli 2016, machten sich fast 50 Teilnehmer mit dem Heimat- und Geschichtsverein und unserem Historiker und Heimatkenner Hartmut Benz auf den Weg. Zunächst ging es auf einem der Hohlwege, die in früheren Zeiten die übliche Verbindung vom Höhenrücken in's Tal darstellten, von Reifferscheid zur Bröl. Das durchwachsene Wetter machte die Strecke noch etwas beschwerlicher und wer profilierte Wanderschuhe hatte, war klar im Vorteil.

 

An verschiedenen Haltepunkten tauchte die Gruppe mit Hartmut Benz in die Vergangenheit unserer Heimat. So lernten wir, dass der Name „Herrnstein“ von den ersten Adelsherren „vom Stein“ herrührte und die Grafen Nesselrode die Burg Herrnstein vor vielen Jahrhunderten im Rahmen einer Erbschaft erhielten.

 

Am Standort der ehemaligen Wassermühlen an der Bröl wurde deutlich, dass Wasser bis zum Beginn der Neuzeit eine wesentliche Energiequelle war – nun wird sie wieder neu entdeckt. Andererseits führte die intensive Nutzung des Holzes, z.B. auch als Holzkohle zur Verhüttung von Eisen, dazu, dass bis zur Neuzeit nicht Wälder, sondern Strauch und Busch unsere Gegend kennzeichneten. Unsere Vergangenheit war vielleicht doch nicht so romantisch, wie wir sie heute manchmal verklären, sondern von tiefen Eingriffen in die Natur, Not und Entbehrung gekennzeichnet.

 

Unser Ausflug hatte dann aber im Gegensatz dazu nach ca. 3 Stunden sein „üppiges“ Ende mit selbstgebackenem Kuchen bei der Kapelle in Beiert.

 

Ein Ausflug fordernd beim Gehen, interessant und amüsant beim Zuhören, so viele Teilnehmer.

 

Hans-Jürgen Parpart

Vorsitzender Heimat-und Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid

Start in Neunkirchen
Im Hohlweg
Letzte Vorbereitung an der Bröl
Ein Schauer zwischendurch
Erklärungen zum Broscheider Kreuz
Im Gänsemarsch
Fast am Ziel
Nach der Vesper

Exkursion nach Bonn – geführter Spaziergang durch die Altstadt

Ausgesprochen gut terminiert und organisiert war der Ausflug von Gisela Arnolds am vergangenen 16. April 2016 in die Bonner Altstadt . Teils durch dichte Alleen japanischer Zierkirschen - sie standen in voller Blüte! - führte ein historischer Stadtspaziergang an diesem Samstagvormittag.

 

Durch die innere Nordstadt Bonns geleitete uns, die wir alle sehr neugierig auf die Bonner Stadtgeschichte waren, der Historiker Rainer Selmann M.A. auf amüsante und abwechslungsreiche Weise. U.a. über die Maxstraße, Heerstraße und den Annagraben führte der Weg. Ein weiter geschichtlicher Reigen von der römischen Vergangenheit Bonns über das Mittelalter und die Neuzeit bis in unsere Tage wurde gespannt.

 

Beeindruckend insbesondere die noch vorhandene Bausubstanz des Stadtteils, der Ende des 18. Jahrhunderts durch Kurfürst Maximilian Franz erschlossen und von der betuchten Mittelschicht im 19. Jahrhundert ausgebaut worden war. Nachbildungen eines Meilensteins, einer Jupitersäule und eines Weihesteins zieren die Heerstraße und verdeutlichen die Geschichte Bonns als römische Stadt und Heerlager.

Am mächtigen Stadthaus Bonns, Ausgangspunkt unseres Rundgangs fand dieser dann auch sein Ende, nicht ohne den Hinweis unseres kompetenten Stadtführers, dass das moderne Rathaus der Stadt Bonn in seiner typischen nüchternen Architektur im Grunde als Bausünde im respektablen Ensemble dieses Teils der Bonner Altstadt anzusehen ist.

 

Im ‚Gequetschten‘ hatten wir gegen Mittag dann einen gemütlichen Ausklang dieses informativen und illustren Samstagvormittags.

 

B. Plitzko

Nr. 1: Unsere Gruppe
Nr. 2: Start- und Zielpunkt Bonner Stadthaus
Nr. 3: Japanische Zierkirschen, Heerstraße
Nr. 4: Weihestein mit Matronen, Heerstraße
Nr. 5: Jupitergigantensäule, Heerstraße
Nr. 6: Franziskuskirche mit Campanile, Adolphstraße
Nr. 7: Gemütlicher Ausklang im Gequetschten
 

Exkursion nach Groß St. Martin - Ausflug in die Geschichte Kölns

Am Samstag den 5. März 2016 tauchte ein gutes Dutzend Mitglieder und Freunde des Heimat – und Geschichtsvereins Neunkirchen – Seelscheid unter Führung des renommierten Kunsthistorikers Markus Eckstein tief die Geschichte Kölns ein.

 

Die Grundfesten von Groß St. Martin liegen im wahren Wortsinne in römischer Zeit. An der Stelle der heutigen Kirche war zunächst eine Sportanlage, nach Verlegung des Hafens eine Lagerhalle, die nach aktueller Lesart wohl in fränkischer Zeit auch als Sakralbau genutzt wurde. So zeigt das Bild ein römisches Fundament auf Rheinkieseln, auf dem wiederum die Kirche aufgebaut wurde. Ressourcenschonendes Bauen ist keine Erfindung der Neuzeit!

 

Nicht nur im Unterbau, auch in Groß St. Martin selbst erklärte uns Herr Eckstein äußerst lebendig die Geschichte von den Franken, über das Mittelalter bis hin zu Zerstörung und Wiederaufbau. Ein Grund mehr, sich auf das Wiedersehen mit ihm bei unserer Eifelfahrt im Mai zu freuen.

 

Ausgeklungen ist die Veranstaltung bei guter Laune und vielen Gesprächen bei einem deftigen Kölner Mittagstisch und einem Glas Kölsch.

 

 

Hans-Jürgen Parpart

1. Vors. Heimat – und Geschichtsverein

Fundament
Vor dem Besuch

Markus Eckstein
 

Schloss Homburg

Am Samstag, den 15. August 2015 machte sich eine Gruppe um Gisela Arnolds auf den Weg nach Nümbrecht zum Schloss Homburg. Die Heimatführerin Regina Kerstin erläuterte uns in einer Führung rund um das Schloss nicht nur die Geschichte des Gebäudes, mehr ein Zeichen der Macht der Grafen zu Sayn-Wittgenstein als deren Wohnsitz, sondern auch in die Zeitgeschichte, so die Rivalität mit den Grafen zu Berg. Interessant und die Führung belebend waren die lebendig geschilderten Einblicke in das Leben der einfachen Leute im Bergischen Land in Mittelalter und Barock. Auch die jüngste Vergangenheit kam nicht zu kurz. So wurde uns der Werdegang des neuen gläsernen Anbaues und dessen Verwendungsmöglichkeiten erläutert, der im Zuge der „Regionale 2010“ durch die EU gefördert worden war.

 

Im Anschluss an die Führung besuchten die Exkursionsteilnehmer noch die Ausstellung im Schloss, die sich zum einen dem Leben im Schloss widmet, aber auch den Alltag der Bewohner im Bergischen Land mit einschließt.

 

Nach soviel Geschichte und Kultur kam auch Geselligkeit nicht zu kurz – die Exkursion beschloss ein gemeinsames Essen in dem angeschlossenen Restaurant.

 

Hans-Jürgen Parpart

 

Wanderung von der Hermerathermühle ins Mucher Umland

Die ursprünglich für 25. Juli geplante, aber wegen Unwetterwarnung ausgefallene Wanderung mit Start- und Zielpunkt Hermerathermühle fand nun bei herrlichem Sonnenschein am letzten Samstag statt.

Über 40 Teilnehmer waren unserer Einladung gefolgt, mit Hartmut Benz diesen Bereich nicht nur wegen der Schönheit der Landschaft, sondern auch wegen ihrer historischen Hintergründe zu durchwandern. So lauschten die Teilnehmer gespannt den Ausführungen zur Geschichte der Hermerathermühle, der Sage um das Schwedenkreuz oder rund um das Schulwesen und die Entstehung der preußischen Verwaltungsstrukturen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Birrenbachshöhe und Löbach. In Derscheid – das Bild zeigt die Gruppe auf dem Weg dorthin – erfuhren wir, dass soziale Stiftungen keine Erfindungen der Neuzeit sind, sondern z. B. die Adelsfamilie Nesselrode bereits im 15. Jahrhundert die „Ehrensteiner Armenstiftung“ gründete, deren Nachfolgeinstitution noch heute (in Asbach) existiert. Nahe Bröleck führte Hartmut Benz aus, dass schon Ende des 19. Jahrhunderts das Bröltal ein beliebtes Erholungsgebiet war und die heutige Gastronomie dort früh Wurzeln schlug.

Mit einem kühlenden Kölsch beendete dann mancher Wanderer den Samstagsausflug in der benachbarten Bauernschänke in Bröleck.

Exkursion nach St. Gereon 2015

Ausflug in die Kunst – und Religionsgeschichte

 

Mitte März tauchten ca. 20 Mitglieder und Freunde des Heimat – und Geschichtsvereins Neunkirchen – Seelscheid unter Führung des renommierten Kunsthistorikers Markus Eckstein tief ein in die mittelalterliche Geschichte Kölns. Beim Besuch der im 2. Weltkrieg weitgehend zerstörten romanischen Kirche, eine der ältesten in Deutschland, erfuhren wir nicht nur viel über den baugeschichtlichen Hintergrund, sondern auch über Baustatik und religiöse Auseinandersetzungen der damaligen Kirchenfürsten im Rhein – Maas – Gebiet. Wir bestaunten nicht nur den größten frei überwölbten Zentralbau des Mittelalters nördlich der Alpen, dessen Fundamente auf das 4. Jahrhundert zurückgehen - in der sogenannten Taufkapelle, dem Hochaltar oder der Krypta ließ Markus Eckstein das Mittelalter und die Geschichte des Wiederaufbaus lebendig werden.

 

Ausgeklungen ist die gelungene und sehr lebendige Veranstaltung bei guter Laune und vielen Gesprächen bei einem deftigen Kölner Mittagstisch und einem Glas Kölsch. Freuen Sie sich auf den 30. Mai, dann folgt die nächste Exkursion nach Melaten mit unserer Organisatorin Gisela Arnolds.

 

Hans-Jürgen Parpart

 

St. Gereon Aussenansicht
Die Exkursionsteilnehmer
Der Hochchor von St. Gereon
Blick in das Dekagon
Die Fenster - eine Pracht
In der Krypta
Markus Eckstein
Mosaik mit Samson
Abschluss im Päffgen
 

Besuch der Schatzkammer von St. Servatius in Siegburg

 

Besuch in Köln / Deutz

Das Technikum (Motorenmuseum)
Empfang durch H. Odermatt
Nr. 1 (Der wirklich erste Ottomotor!)

Herr Odermatt mit 3l-Hubraum auf dem Kopf
Nikolaus August Otto (1832-1891 links) Eugen Langen (1833-1905)
Bei Lommerzheim
Lommi in Aktion
Die Kneipe außen
Vom LVR-Turm

Historischer Spaziergang durch Seelscheid mit anschließender Vorstellung des neu gestalteten Brunnens an St. Georg

Am 26. September fand unsere zweite historische Wanderung durch Seelscheid, unter der bewährten Leitung unseres „Vereins-Historikers“ Hartmut Benz statt. Wir trafen uns um 14 Uhr am Ehrenmal und erkundeten circa zwei Stunden lang den Ort. Um 16 Uhr wurde die neu gestaltete Brunnenanlage auf dem Pfarrer-Steden-Platz der Öffentlichkeit übergeben.

Bei bestem Herbstwetter fand die vom HuGV initiierte durch ihn während der Baumaßnahme begleitete Aktion bei einem Glas Sekt einen schönen Abschluss.

 

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich beim Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid (Denkmalbehörde), Herrn Helmut Meng, bei der katholischen Kirchengemeinde, bei der Bürgerstiftung Seelscheid, beim Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsverein Seelscheid, Herrn Rudolf Baum, bei Herrn Reinhold Willms, sowie bei den an der Neugestaltung beteiligten Firmen Herbert Köchner, Glaserei Müller und Elektro Schreckenberg für ihre finanzielle oder auch tatkräftige Unterstützung dieses Projektes. Letzlich gilt ein besonderes Dankeschön der Familie Carstens, die als direkte Anlieger sämtliche Arbeiten am und um den Brunnen herum mit großer Geduld ertragen hat.

 

 

Die Gruppe trifft sich
Hartmut Benz in seinem Element
Das Gemeindehaus
Burg Seelscheid
Auf dem Weg in die ev. Kirche
In der ev. Kirche
Vor St. Georg
St. Georg
Der neu gestaltete Brunnen
Ein kleiner Umtrunk

Ausflug nach Köln: St. Pantaleon und NS-Dokumentationszentrum

Kaiserin Theophanu
Sarkophag
Blick ins Hauptschiff
Krypta - hl. Bruno
Römische Mauerreste
Reisegruppe
Dokumentationszentrum
 

Unsere letzte Exkursion führte uns am 22. August nach Köln. Um 11 Uhr empfing uns Herr Jürgen Schönenkorb am Hauptportal der Kirche St. Pantaleon. Auf interessante und kurzweilige Art und Weise brachte er uns zwei Stunden lang die Geschichte dieser romanischen Kirche nahe, die inmitten des erhaltenen Klosterbezirks der ehemaligen Benediktinerabtei liegt. Wir besichtigten auch die Teile der Kirche, die nicht in jeder Führung gezeigt werden, wie die Reste der römischen „villa suburbana“ unter dem Ostteil (Krypta), sowie das kaiserliche und wuchtige Westwerk. Herr Schönenkorb erklärte uns zahlreiche Einzelheiten zu den beiden Grabstätten des Erzbischof Brunos (des Bruders Kaiser Ottos I.) und der Kaiserin Theophanu (der Frau Kaiser Ottos II.), zu dem spätgotischen Altar, dem Lettner, der heute die Orgel trägt, sowie zu den romanischen Reliquienschreinen. Auch über den ostkirchlichen Heiligen Pantaleon, dem die Kirche geweiht ist, wurde uns Einiges berichtet. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern und ist, da er selbst Arzt war, Patron der Ärzte und Hebammen. Geboren wurde er Mitte des dritten Jahrhunderts in Nikomedia und wegen seiner großen Fähigkeiten wurde er von Kaiser Maximilian zu seinem Leibarzt ernannt. Als Pantaleon jedoch versuchte, dessen Frau zum Christentum zu bekehren, wurde er verhaftet und zum Tode verurteilt. Die Zeit der Führung verging im Flug und nach einem mehr oder weniger auf die Schnelle eingenommenen Mittagessen machten wir uns um 14 Uhr auf zum EL-DE-Haus, dem Sitz des NS-Dokumentationszentrums.

Von Dezember 1935 bis März 1945 war das EL-DE-Haus – benannt nach den Initialen seines Bauherrn Leopold Dahmen – der Sitz der Kölner Gestapo (Geheime Staatspolizei). Sie war zuständig für den Regierungsbezirk Köln und seit 1943 auch für den Regierungsbezirk Aachen, sowie für die besetzten Gebiete Eupen und Malmedy. Der Gestapo oblag die Überwachung der Bevölkerung und die Verfolgung der politischen und „rassischen“ Gegnerinnen und Gegner des NS-Regimes. Sie war verantwortlich für die Deportation und Ermordung von Tausenden Menschen. In den letzten Monaten des Krieges wurden im Innenhof des EL-DE-Hauses mehrere Hundert Menschen, insbesondere ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, gefoltert und hingerichtet. Wie durch eine Ironie des Schicksals blieb das EL-DE-Haus im Krieg weitgehend verschont und bringt den Besuchern heute die Schrecken der NS-Zeit authentisch nahe. Die erhalten gebliebenen Gefängniszellen und die mit Kreide, Blei- oder Lippenstift aufgebrachten, oder mit Fingernägeln eingeritzten Wandinschriften dokumentieren Leid und Trauer, aber auch Selbstbehauptung und Aufbegehren der ehemaligen Insassen. Die Besucher wirkten alle betroffen, bedrückt, traurig und wir alle fühlten uns dem Andenken an die Gefangenen durch die uns konkret gezeigten Beispiele irgendwie verpflichtet. So ging ein „schöner“ und hochinteressanter Ausflug nach Köln sehr nachdenklich zu Ende.

 

Ulrike Grothoff

 

Waagen-Wanderweg / St. Remigius Happerschoß

 

Der Heimat- & Geschichtsverein Neunkirchen-Seelscheid hatte zu einer Exkursion nach Hennef zum Waagen-Wanderweg und zu Sankt Remigius in Happerschoß eingeladen

Am Samstag, den 18.04.2009 traf sich morgens eine stattliche Zahl von Teilnehmern in der Meys Fabrik in Hennef. Hier wurden wir von Wolfgang Euler, Gästeführer der Stadt Hennef, herzlich begrüßt. In kurzweiliger Form wurden uns die mit dem Chronos-Werk verbundenen Erfindungen, sowie die Historie der Industrialisierung von Hennef im 19. und 20. Jahrhundert an Hand der Chronos-Waagen Dauerausstellung in der Meys Fabrik erläutert.

Es ist unbestritten und mittlerweile wissen es alle: Die Chronos-Waage war eine Hennefer Erfindung mit weltweitem Erfolg. Die Hennefer Pioniere Carl Reuther und Eduard Reisert erfanden die Chronos-Waage als erste eichfähige, selbsttätige Waage der Welt, die am 12.April 1883 durch die „ Kaiserliche Normal-Aichungs-Kommission “ in Berlin zur Eichung zugelassen wurde. Durch diese Zulassung wurde zum ersten Mal auf dieser Erde einer automatischen Waage die gesetzliche Anerkennung als Wertmesser zuteil. Bis dahin hatte die Menschheit gut 10.000 Jahre

Waren mit manuellen Waagen per Hand gewogen. Mit der Erfindung der automatischen

Chronos-Waage ging ein Zeitalter zu Ende und ein neues begann. Mit der Chronos-Waage wurde – gerade beim Abwiegen von Schüttgütern – viel Zeit eingespart, Präzision und Verlässlichkeit wuchsen, möglichen Manipulationen, wie bei den nicht automatischen Waagen, wurde

ein Riegel vorgeschoben. Natürlich haben wir auch die Funktion der Chronos-Waage mit

mit Material in der Meys Fabrik erleben können. Bis zum 2. Weltkrieg hatte das Hennefer

Chronos-Werk ein Weltmonopol für automatische Waagen. Wolfgang Euler, Stifter der Chronos-Waagen Dauerausstellung: „Gewichte, Waagen und Wägen im Wandel der Zeit“ erläuterte die Waagenentwicklung über einen großen historischen Zeitraum mit den Exponaten der Ausstellung, um anschließend den Waagen-Wanderweg, der im übrigen in der Stadt Hennef ausgeschildert ist, mit uns zu gehen. Sein eigenes Erleben flocht er gekonnt in seine Erläuterungen mit ein, hatte er doch 1957 beim Chronos-Werk seine Lehrzeit begonnen.

In der ehemaligen Bahnhofsgaststätte Hennef – heute Hennefer Wirtshaus – kehrten wir zur Mittagspause ein, bevor wir nach Happerschoß fuhren, wo uns der Mucher Historiker, Herr Hartmut Benz, an der Kirche erwartete. Vor der Kirche Sankt Remigius spannte er einen Bogen vom 11. Jahrhundert an. Von der ersten urkundlichen Erwähnung von Happerschoß anno 1054, von seiner Abhängigkeit zur Pfarrei Sankt Michael Geistingen bis hin zur Selbständigkeit als eigene Pfarrei und von der politischen Zugehörigkeit zum Amte Blankenberg, erzählte er uns. Er erklärte uns die Kompetenzen des Happerschoßer Freigerichts sowie die Arbeit seiner Schöffen und verglich die Inhalte der Weistümer ( Gesetzessammlungen ) von Happerschoß und Seelscheid miteinander. bis hin zum Brand anno 1807 der unter dem hl. Anno - Erzbischof von Köln – erbauten Kirche. Der Wiederaufbau der Kirche in der heutigen Form begann 1818 und wurde 1867 beendet. Bered macht er uns mit der lokalen Geschichte vertraut, soweit sie bekannt ist. In der Kirche selbst ließ er den Raum wirken und wies uns auf die aussagefähigen Heiligenfiguren, die Glasfenster, welche die biblischen Seligpreisungen zum Thema haben, und die Klais-Orgel hin. Über eine Stunde hielt er uns insgesamt mit seinen Worten in Bann.

Frau Arnold hatte wie immer alles gut organisiert. Und so fehlten auch Kaffe und Kuchen nicht. Auf dem Parkplatz neben der Kirche machten wir in froher Runde unsere Stehpartie, entspannten uns, dankten Frau Arnold und ihrem Team und fuhren um einige Erlebnisse reicher zufrieden nach Hause.

 

Wahnbachtalsperre

Wanderung im Grund der Wahnbachtalsperre

Nach dem Regen aber vor der Flut begab sich eine etwa 20 Personen zählende Wandergruppe, organisiert vom Heimat und Geschichtsverein e.V. Neunkirchen-Seelscheid, am 11. im 11. in das Gebiet der im Augenblick noch gefluteten Wahnbachtalsperre. Begleitet wurde die Wandergruppe von Heinrich Honscheid, der mit sehr viel Wissen um die abgerissenen Häuser und deren früheren Bewohnern für eine gelungene Wanderung sorgte. Nach dem Treffen am Marktplatz in Neunkirchen ging es erst mal mit dem PKW nach Wolperath zum Mühlenweg. Dieser Weg führte ehemals durch das Wahnbachtal nach Hochhausen und war eigentlich die einzige direkte Verbindung nach Neunkirchen. Vorbei am alten Pumpwerk, welches früher die etwa 30 Häuser in Wolperath mit Trinkwasser versorgt hat, gelangten wir in den Bereich der sonst überfluteten ehemaligen Wiesen um die Lüttersmühle. Nur die Grundmauern und ein Teil des Mühlengrabens waren noch zu erkennen, wobei die Brücke über den Wahnbach noch relativ gut erhalten ist. Ein kurzer Weg führte uns über diese Brücke zum ehemaligen Hof Hillenbach, auch hier sind nur noch die Grundmauern zu erkennen. Auf der noch gut erhaltenen alten Wahnbachtalstraße ging der Weg etwa 1.5 km in Richtung der Staumauer, vorbei am Schenkels - Steinbruch und hier konnte man erkennen, dass die Flutung der Talsperre schon begonnen hat. Hier machte der Wahnbach eine große Biegung um den „Hemmerschröcken". Dahinter befand sich das Anwesen des Petershofes dessen Grundmauern aber überflutet waren.

Zurück ging es einen etwas steileren Weg. Eine kurze Pause an der Schutzhütte am Ringelstein, die von Herrn Honscheid liebevoll gepflegt wird, erlaubte uns einen sehr schönen Ausblick auf die Staumauer und die technischen Einrichtungen zur Wasserentnahme. Ein insgesamt gelungener Ausflug, der durch den von Frau Arnolds selbstgebackenem Kuchen und Kaffee seinen Abschluss fand. Die nächste Wanderung in den Talsperrengrund wird erst in etwa 50 Jahren bei einer erneuten Reparatur der Talsperrenmauer stattfinden.

 

Johann Worm